Der hl. Martin. Kupferstich. 15,5 x 10,5 cm. Um 1480. B. 57, Lehrs 62, Hollstein 62. Wz. Ochsenkopf mit Stange und Herz.
Wurzbach datiert das Blatt in die dritte Periode des Schongauer'schen Werks und rechnete es zu einer Suite mit größeren Heiligen. Ganz ausgezeichneter Druck knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts sowie unten diese teils sichtbar, entlang des oberen Randes leicht in die Darstellung geschnitten. Minimal angestaubt und leicht altersspurig, entlang des oberen Randes sehr sorgfältig und unauffällig angerändert, weitere Ausbesserung entlang der äußeren Ränder, unten sowie links mit Spuren von Feder in der Einfassungslinie sowie auch oben teils nahe des Randes und im äußersten Kopf des Heiligen, weitere Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut. Aus der Sammlung Friedrich August II von Sachsen (Lugt 971).
Solis, Virgil
Das öffentliche Bad, oder: Das Bad der Wiedertäufer
Los 5230
Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)
Das öffentliche Bad, oder: Das Bad der Wiedertäufer. Kupferstich nach Heinrich Aldegrever. 33,1 x 28,2 cm. B. 265, Hollstein 205. Wz. Gotisches P.
Die Darstellung folgt einer verlorenen Zeichung Heinrich Aldegrevers. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Etwas fleckig, die Ränder bestoßen, vereinzelt kleine Randläsuren, altersspurig, verso geglättete horizontale Mittelfalte, leichte Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt sehr schönes Exemplar. Selten.
Soye, Philippe de
Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben
Los 5231
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben. Kupferstich nach Michelangelo. 39,9 x 27,9 cm. Hollstein 5 II, A. Alberti (La fortuna di Michelangelo nelle stampe del cinquecento, Mailand 2015) 279 II (von III). Wz. Pilger im Wappenschild.
Bei dem vorliegenden Kupferstich handelt es sich um eine künstlerisch überzeugende Paraphrase auf Michelangelos Madonna del Silenzio. Vom ersten Zustand vor aller Schrift ist nur ein Exemplar im British Museum in London bekannt. Prachtvoller, metallisch wirkender Druck meist mit der Spur eines Rändchens, sonst auf oder gerade innerhalb der Plattenkante geschnitten. Unauffällige geglättete Mittelfalte, kaum wahrnehmbarer geschlossener Einriss im linken unteren Rand, leichte Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Die Grablegung. Kupferstich. 17,8 x 20,3 cm. 1548. Wurzbach 2, Hollstein 4.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger und dabei zarttoniger Druck auf die Darstellung geschnitten, teils minimal knapp, rechts sowie unten partiell die Facette sichtbar. Minimal angestaubt, verso unauffällig geglättete Mittelfalte, in den äußeren Rändern, jedoch vornehmlich oben, sehr sorgsam ausgebesserte Randläsuren, oben sorgfältig ausgebesserte Quetschspur, dort und an anderen Stellen mit sehr partiellen und dezenten Federretuschen, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar.
Der Apostel Paul. Kupferstich. 19,7 x 9,1 cm (1548). Wurzbach 14, Hollstein 18. Wz. Krüglein mit Krone und Vierblatt.
Aus der Folge 'Christus und die zwölf Apostel'. Mit der Nummer 10 unten mittig. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck an die Darstellung oben und unten mit der Plattenkante. Minimale Altersspuren, unten mittig kurze haarfeine Quetschspur, sonst vollkommen erhalten. Beigegeben aus derselben Folge "Der Apostel Matthias" (Hollstein 21, aus der Sammlung Leroy Kirwin Burket, Lugt 3389).
Caritas. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Braun und Beige, nach Perino del Vaga. 14,3 x 9,9 cm. B. XII, S. 128, 3, Gnann 108, Takahatake vgl. 59f.
Ausgezeichneter Druck mit der Einfassung. Schwach fleckig, die obere linke Ecke mit kleiner Ausbesserung und unauffälligen Retuschen, rechts winzige Randläsur, verso kleine Montierungsreste, sonst schön erhalten.
Vicentino, Niccolò
Cloelia flüchtet aus dem Lager Porsennas
Los 5242
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,379)
Cloelia flüchtet aus dem Lager Porsennas. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Schwarz, Ocker und Grau, nach Maturino da Firenze. 27,8 x 41,4 cm. Um 1540. B. XII, S. 96, 5 I (von II), Gnann 104, nicht bei Takahatake.
Noch mit den Namen der beiden Künstler unten links. Ganz ausgezeichneter Druck knapp in die Darstellung geschnitten. Insgesamt etwas fleckig, leichte geglättete Mittelfalte verso, kleines geschlossenes Löchlein an der Stromschnelle mit unmerklicher Farbretusche, kleine Bleistiftannotationen verso, minimale Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhaltenes Exemplar. Selten.
Der verliebte Bauer. Radierung mit Kupferstich nach Adrian van Ostade. 34,8 x 26,8 cm. Hollstein 16 I (von IV). Wz. Amsterdamer Stadtwappen mit Nebenmarke.
Vor der Schrift. Prachtvoller Druck mit schmalem, unten mit feinem Rand. Verso geglättete horizontale Mittelfalte, weitere schwache diagonale Faltspur, oben rechts zartes vertikales Quetschfältchen, rechts unten entlang der Plattenkante gebrochen und stellenweise hinterfasert bzw. geschlossen, insgesamt nur minimal angestaubt, verso kleine Montierungsspuren, sonst schön.
Acqua, Cristoforo Dall'
Vier allegorische und satirische Darstellungen auf den Lauf der Welt
Los 5249
Nachverkaufspreis
3.000€ (US$ 3,448)
Vier allegorische und satirische Darstellungen auf den Lauf der Welt: Mundi vetus, recens hinc posterum universale systema; Asylum morale; Satyra Vestalis; Vita mundi et oeconomia. 4 Radierungen mit Grabstichel. Je ca. 70 x 48 cm. 1772-76. Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 33-36.
Der aus Vicenza stammende Cristoforo dall'Acqua gilt als der bedeutendste Vicentiner Kupferstecher des 18. Jahrhunderts. Ab 1757 ist seine Zusammenarbeit mit dem einflussreichen Kupferstichverlag der Remondini in Bassano dokumentiert, anschließend war Dall'Acqua in Venedig für den berühmten Verlag des Joseph Wagner tätig. Der vorliegende seltene, allegorische Zyklus ist zweifellos Dall'Acquas chef d'oeuvre. Die Folge ist unter dem Titel Tabula Riveriana bekannt. Es handelt sich um vier Reproduktionsstiche in Folioformat nach Gemälden des Veroneser Malers Felice Boscarati, die letzterer 1773 für den dort ansässigen freimaurerischen Gelehrten und Mediziner Lazzaro Riviera ausgeführt hat. Boscaratis gemaltes Ensemble diente dem Zweck, Rivieras weltanschauliche und pädagogische Theorien in Bildform zu visualisieren. Um die einzelnen Details seines hochkomplexen Bildprogramms einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, veröffentlichte Riviera 1773 eine erläuternde Broschüre mit dem Titel La educazione virile; Dall'Acquas Reproduktionsstiche dienten als Illustrationen zu diesem kleinen philosophischen Traktat. Ausgezeichnete, harmonische Abzüge von homogener Druckqualität, mit dem vollen Rand. Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, geringfügige Erhaltungsmängel, etwas stockfleckig, verso angestaubt, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.
Narcissus. Radierung. 9,5 x 7 cm. "Amigoni". Heller-Andresen 5, Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 7.
Während die Zahl der Reproduktionsstiche nach Erfindungen Amigonis sehr umfangreich ist, hat der Künstler nur ein sehr kleines, eigenhändiges druckgraphisches Werk hinterlassen. Bartsch beschrieb insgesamt drei Blatt, von späteren Autoren wurde das Œuvre auf insgesamt sieben druckgraphische Arbeiten erweitert. Die vorliegende Darstellung des Narcissus wurde erst im späteren 19. Jahrhundert von W. Schmidt und J. E. Wessely Amigoni zugeordnet. Das anmutige, sehr leicht und spirituell behandelte Blättchen, das von großer Seltenheit ist, zeigt den jungen Narcissus, der sich selbstverliebt über das Wasser beugt und sein Spiegelbild betrachtet. Das intime Format und die zeichnerische Freiheit der Ausführung verleihen der Arbeit einen betont informellen Charakter, als hätte der Künstler zum rein privaten Vergnügen mit der Radiernadel hantiert. Ausgezeichneter, nuancierter Druck mit gleichmäßigem Rändchen um die Plattenkante, ohne die Bezeichnung "fecit" nach dem Künstlernamen. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Gegend bey Weimar. Aquatintaradierung nach Adam Friedrich Oeser. 32,6 x 26 cm. 1777. Le Blanc 259 II, Keil 109 II.
Obwohl Johann Friedrich Bause hauptsächlich für seine meisterlich ausgeführten Porträtstiche bekannt geworden ist, umfasst sein druckgraphisches Œuvre auch mehrere Blätter mit allegorischen, mythologischen oder biblischen Motiven, sowie einige wenige Landschaftsdarstellungen. Die 1777 datierte Radierung ist ein sehr frühes Beispiel der Aquatintatechnik in Deutschland, deren Verfahren Ende der 1760er Jahre von Jean Baptiste Le Prince vorangetrieben wurde. Gewidmet hat Bause das Blatt seinem Künstlerkollegen Anton Graff, den er erstmals während seiner Studienjahre im Atelier von Johann Jakob Haid in Augsburg kennenlernte und mit dem ihn zeit seines Lebens eine enge Freundschaft verband. Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit dem vollen Rand. Geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten. Aus der Sammlung Johann Nepomuk Seiler (Lugt 3976).
Beheim, Johann
Der Abschied der hll. Apostel Petrus und Paulus
Los 5253
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Der Abschied der hll. Apostel Petrus und Paulus ("Congedo delli S.S. Apostoli Pietro e Paolo"). Radierung nach Franz Anton Maulbertsch. 40,1 x 27,8 cm. "Ant. Maulbersch l'ha dipinto. Gioani Beheim scolpito sotto la diretione di Giao Schmutzer.". Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 6, Garas Fig. 4, S. 39, Ausst.Kat. Franz Anton Maulbertsch und sein Schwäbischer Umkreis, Langenargen 1996, A 22.
Die wenigen Radierungen Beheims, nach Meyer elf, von dessen Werdegang man nur sehr wenig weiß, sind von allergrößter Seltenheit. Ausgezeichneter Druck rechts und links mit ganz schmalem Rändchen, oben knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, unten mit dem Textrand. Unauffällige geglättete Mittelfalte, kleiner geschlossener Einriss im linken Rand, etwas angestaubt, sonst schönes Exemplar.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin)
Los 5254
Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin). Radierung auf kräftigem Bütten, wohl eigenhändig mit Aquarell überarbeitet. 17,8 x 13,8 cm. 1758. Engelmann 5.
Das vorliegende charmante Blatt entstammt Chodowieckis allerersten Anfängen als Radierer und zeigt Mademoiselle Quantin, eine Hausfreundin der Familie, die mehrfach in Chodowieckis Darstellungen zu sehen ist. Das in einem verfeinerten und bewegten Duktus radierte Blatt ist vom Künstler selbst leicht und filigran aquarelliert, was den Reiz des delikaten Blattes steigert. Ausgezeichneter, scharfer Druck mit feinem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante, links und unten an diese geschnitten. Minimal gebräunt, sonst sehr schön. Aus der Sammlung Wolfgang von Dallwitz (Lugt 2656).
Isabella und Rodomonte. Radierung. 30,2 x 21,7 cm. 1775. Schleier/Grasso 118 I (von II).
Die mit barockem Pathos geschilderte Szene gibt den moment suprëme der Geschichte von Isabella und Rodomonte aus Ariosts Orlando Furioso (Buch 28 und 29) wieder. In ikonographischer Hinsicht zählt das selten dargestellte Thema zu den kuriosesten Inventionen Davids. Isabella, eine Königstochter aus Galizien, wurde von Rodomonte, dem König von Sarzen und Algier und Anführer der sarazenischen Armee entführt und wird von dem liebestollen Verehrer bedrängt. Um seinen Avancen zu entkommen, bedient Isabella sich einer List und gibt vor, ein Elixier getrunken zu haben, das sie unverwundbar macht. Rodomonte stellt sie daraufhin auf die Probe und ist untröstlich, als er ihren Kopf vom Leibe trennt. Die Szene spielt sich in einem düsteren Kerkergewölbe ab, das vom Schein eines Holzfeuers erhellt wird. Die Waffen, Trophäen und das große Banner hinter Isabella verleihen der Darstellung einen stark dekorativen und theatralischen Charakter und erinnern an die Inszenierung einer Opera seria, wie diese zur Zeit Giovannis Davids in Italien en vogue waren. Die seltene Radierung entstand während der venezianischen Schaffenszeit des Künstlers und liegt hier in einem Frühdruck vor der Adresse des Verlegers Viero vor. Ausgezeichneter, kontrastreicher Druck mit gleichmäßigem Rand. Kleine Oberflächenläsur rechts im weißen Rand, geringe weitere Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Debucourt, Philibert Louis
Le compliment; Les bouquets
Los 5259
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,379)
Le compliment, ou: La matinée du jour de l'an; Les bouquets, ou: La fête de la grand-maman. 2 Farbradierungen mit Aquatinta. Je ca. 36,8 x 28,2 cm; 38,6 x 28,8 cm. 1787; 1788. Fenaille 15 V, 16 III (von IV).
Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem Rand, teils mit dem vollen Schöpfrand. Minimal angestaubt sowie insgesamt etwas fleckig, "Le compliment" mit geschlossenen Randeinrissen und diagonaler Quetschspur unten rechts, entlang der unteren Plattenkante mit Falzspur, "Les bouquets" mit teils ausgebesserten Randläsuren, die gefalzte bzw. partiell gebrochene Plattenkante beinahe umlaufend hinterfasert, weitere Altersspuren, sonst gut erhalten.
Die Zauberin Circe. Radierung nach Donato Creti. 28,5 x 21,8 cm. Unter der Darstellung in schwarzer Kreide handschriftlich bezeichnet "Donato Creti invento e pinx. / Dom. Mar. Fratta scolpi e disegno".
Schon früh verlegte sich Domenico Maria Fratta vom Stechen ausschließlich auf das Zeichnen, da er aufgrund einer Augenerkrankung die Reflexionen der Kupferplatten nicht ertrug. Entsprechend klein ist sein druckgraphisches Werk und Radierungen von seiner Hand sind außerordentlich selten. Von unserem Blatt nach Creti ist uns nur ein Abzug im British Museum, London, nachweisbar. Mit der Verlegeradresse von Luigi Guidotti, Bologna. Ausgezeichneter, gleichmäßiger und präziser Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Zwei braune Flecken in der rechten oberen Ecke, wenige weitere, winzige Fleckchen vor allem unten rechts, etwas angestaubt und knittrig, verso an drei Ecken mit Resten einer alten Montierung, weitere unbedeutende Altersspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
Gandolfi, Gaetano
Weibliche Figur mit Köcher (Diana?)
Los 5263
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 230)
Weibliche Figur mit Köcher (Diana?). Radierung. 7,3 x 2,4 cm. De Vesme 14.
Wunderbares Kleinod in einem ganz ausgezeichneten Druck mit breitem Rand. Dieser leicht fleckig, Knitter- und Gebrauchsspuren, rechts unten geschlossener Randeinriss, sonst jedoch sehr gut. Selten.
Gillot, Claude - nach
Bildnis Claude Gillots im ovalen Bildnisausschnitt
Los 5265
Nachverkaufspreis
400€ (US$ 460)
nach. Bildnis Claude Gillots im ovalen Bildnisausschnitt. Kupferstich von Jean Aubert. 37,1 x 24,6 cm. IFF (Aubert) 7 II. Wz. Initialen in einer Schrifttafel.
Versiert ausgeführter Kupferstich nach dem heute verschollenen Gemälde Claude Gillots, der in der Inschrift des ersten Druckzustandes fälschlicherweise noch als 'Charles' bezeichnet wurde. Ganz ausgezeichneter Druck mit der Korrektur des Namens, mit schmalem Rand. Geringfügig fleckig und minimal vergilbt, die Ecken etwas bestoßen und mit kleinen Läsuren, Gebrauchsspuren, sonst sehr gut. Beigegeben eine Radierung nach einer Zeichnung Antoine Watteaus, heute im Rijksmuseum Amsterdam: "Ein Abbé beobachtet die Toilette einer Dame, wohl Rosalba Carriera", von einem anonymen Künstler für Figures de différents caractères, Nr. 263.
Ni mas ni menos. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten, aus der Folge Los Caprichos, wie auch die folgenden fünf Losnummern. 19,8 x 14,9 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 78, Harris 76 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 41 der Folge. Prachtvoller, differenzierter Druck mit schön zeichnendem Korn, an drei Seiten mit schmalem bis sehr schmalem Rand, rechts mit schmalem Rändchen. Schwach stockfleckig und in der weißen Ecke unten rechts fingerfleckig, geschlossener Riss im weißen Rand links, die obere Blattkante minimal gebräunt, sonst in schöner Erhaltung.
Donde vá mamà?. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 20,6 x 16,5 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 102, Harris 100 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 65 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem bis sehr schmalem Rand an drei Seiten, rechts an bzw. teils minimal knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten. Einzelne Stockflecken, geringe Knickspuren unten, ebenda und rechts kleine Wasserränder, Fingerflecken in der weißen Ecke unten rechts, die Blattkante oben schwach gebräunt, sonst in sehr guter Erhaltung.
Devota profesion. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 20,7 x 16,3 cm (Plattenrand); 27,6 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 107, Harris 105 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 70 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit Rand an drei Seiten, dieser oben und links sehr schmal, rechts bis an bzw. teils minimal knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten. Geringfügig stockfleckig und fleckig, schwache Knickspuren unten rechts, ein blasser Wasserfleck am unteren Rand, Bleistifteinzeichnungen etwa im Hintergrund links der Geistlichen, in deren Ohren und Hüten, weiterhin im Rücken und der Kontur des rechten Beines der unten sitzenden Figur, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Unos à otros. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 21,5 x 15,1 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,2 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 114, Harris 112 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 77 der Folge. Ganz ausgezeichneter, feinkörniger Abzug mit schmalem bzw. sehr schmalem Rand an drei Seiten, rechts mit schmalem Rändchen. Wasserflecken am rechten und unteren Rand, vereinzelte Stockflecken, unten rechts minimal fingerfleckig, die äußerste Kante oben minimal gebräunt, sonst in sehr guter Erhaltung.
Tambien esto. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 16,2 x 23,3 cm (Plattenrand); 24,8 x 34,4 cm (Blattgröße). Delteil 162, Harris 163 III 1. Ausgabe (von 7). Wz. Monogramm JGO (Fragment).
Blatt 25 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit kräftigem braunem Aquatintaton und mit Rand. Dieser links mit Spuren alter Fadenheftung, geringfügig fleckig und unten rechts fingerfleckig, sonst tadellos erhalten.
Le Bosquet: Waldinneres mit Pansherme und tanzenden sowie musizierenden Nymphen mit Jüngling und Faun. Radierung auf Velin nach Salomon Gessner. 46,9 x 37,8 cm. Martens 296 II.
Brillanter, leuchtender Druck mit schmalem Rand. Vereinzelte Stockfleckchen, kleine Knickfalten, zwei winzige Nadellöchlein im oberen Rand links, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön.
Londonio, Francesco
Die Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exeter
Los 5284
Nachverkaufspreis
1.800€ (US$ 2,069)
Die Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exeter. 12 Radierungen, weiß gehöht auf graugrünem Bütten. Je ca. 21,5 x 28,5 cm. 1763-64. Nagler 35-46, Scola 53-57 je I (von II bzw. III) 58 II (von IV), 59-64, je I (von II).
Der komplette, 1764 in Neapel entstandene Zyklus - von Nagler zutreffend als "Kapitalfolge" bezeichnet - zeigt die Vorzüge der Radierkunst Francesco Londonios auf anschauliche Weise. Mensch und Tier sind feinsinnig und mit einem besonderen Blick für ihre ganz spezifischen Eigenheiten charakterisiert. Londonio ist ein Meister in der Wiedergabe von alltäglichen Begebenheiten, seine Schafe, Ziegen und Rinder sind unvergleichlich lebendig getroffen. Kein menschliches Detail entgeht seiner Aufmerksamkeit und so gelingt Londonio eine vollkommene Evokation pastoralen Lebens. In dieser Hinsicht erweist sich der Künstler zutiefst von der Radierkunst der holländischen Italianisanten des 17. Jahrhunderts beeinflusst und auch das graphische Œuvre des Johann Heinrich Roos dürfte zweifellos stilbildend gewirkt haben. Die subtil applizierten Weißhöhungen und das farbige Papier verleihen den in einer feinen, filigranen Radiertechnik behandelten Szenen einen ganz besonderen Schmelz. Ausgezeichnete, nuancierte Drucke der ersten Auflage, mit breitem Rand. Vor der Auflage von Antonio Franchetti. Vereinzelte leichte Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglich schöner Erhaltung.
Norblin de la Gourdaine, Jean-Pierre
Selbstbildnis am Radiertisch
Los 5287
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
Selbstbildnis am Radiertisch. Radierung. 13,6 x 14,9 cm. Hillemacher 1 III.
Das suggestive Selbstbildnis Norblins erreicht in seiner differenzierten Tonalität und Abstufung beinahe die malerische Qualität eines Mezzotints. Ausgezeichneter Druck mit samtener Wirkung und sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas fleckig, links ein winziges Löchlein, oben zwei kurze Randeinrisschen, rechts unten kleiner Einriss, in den Ecken auf einen Untersatz montiert, verso auf dem Untersatzpapier mit einer alten Zuschreibung an "Plonsky", sonst gut erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung "Zaccharias im Tempel" nach Jan Lievens.
Die Jungfrau mit dem Kind. Radierung. 9,3 x 6 cm. 1760. Heller-Andresen 2.
Das druckgraphische Œuvre des in Köln tätigen Malers und Graphikers Johann Anton de Peters zählt lediglich fünf Radierungen, von denen vier Blatt Reproduktionsstiche nach Zeichnungen François Bouchers sind. Die vorliegende, 1760 geschaffene Radierung geht auf eine eigenhändige Invention des Künstlers zurück und ist von größter Seltenheit. Es dürfte sich um seinen ersten Versuch in der Radiertechnik handeln. Ausgezeichneter, nuancierter Abzug mit gleichmäßigem Rand. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Ego sum Pastor Bonus - Christus als guter Hirte. Radierung. 34,5 x 25,8 cm. Le Blanc 7.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Insgesamt leicht angestaubt sowie minimal fleckig, geschlossene Randeinrisse links sowie oben links, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst noch gut. Beigegeben von Filippo Passarini der Kupferstich "Allegorie auf den Triumph der Kirche".
Blumenstillleben mit Rosen und Wildblumen. Farbradierung nach Jan van Huysum, mit reichem zeitgenössischem Kolorit, wohl von Oswald Wijnen (1736 Heusden - 1790 Amsterdam). mit Gold eingefasst. 24,6 x 16,8 cm. Mit brauner Feder annotiert: "Jan van Huysum fecit 1735". Laurentius 66.
Ploos van Amstel etablierte neue Techniken in der Reproduktionsgraphik und schuf die Gattung der "prenttekening". Das opulente Blumenstillleben ist Beispiel für diese seltenen Farbradierungen von seiner Hand, hier nach Vorlage Jan van Huysums. Das Blatt kommt häufig mit einer akzentuierenden und prägnanten Handkolorierung, die sehr wahrscheinlich von Oswald Wijnen ausgeführt wurde (vgl. das Exemplar im British Museum, London). Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, reich und frisch koloriert, entlang des äußeren Randes mit feiner, goldgehöhter Rahmung. Schwache Alters- und Gebrauchsspuren, recto entlang der äußeren Kanten mit Montierungs- und Kleberückständen, sonst insgesamt gut. Selten. Verso mit der Wappenkartusche von Ploos van Amstel (Variante zu Lugt 2725).
Bildnis des Joseph Haydn. Radierung und Aquatinta auf Velin. 24,7 x 18 cm. Portalis/Beraldi, III, S. 365, René Hennequin: Edme Quenedey: Portraitiste au physionotrace. Seconde partie: son oeuvre (1788-1829), Troyes 1927, S. 126f.
Der Bildniszeichner und Radierer Edmé Quenedey arbeitete zunächst in Paris als Porträtminiaturist und trat im April 1788 in die Werkstatt des Gilles-Louis Chrétien (1754-1811) ein. Chrétien hatte 1786 in Versailles das Verfahren der „Physionotrace“ entwickelt, bei der ähnlich wie bei einem Silhouettierstuhl ein Apparat zur rationalisierten Herstellung von Profilporträts verwendet wurde. Quénedey war im Atelier zunächst für die Anfertigung der Porträtzeichnungen zuständig, die später von Chrétien radiert wurden. Nach Unstimmigkeiten zwischen den beiden Künstlern machte Quénedey sich jedoch Ende 1789 mit einer eigenen Werkstatt als Physionotracist in Paris selbstständig. Zwischen 1808 und 1813 gab er eine Serie mit Bildnissen bedeutender Komponisten heraus, zu der auch das vorliegende Porträt Haydns gehört. Das Blatt ist selten. Ein weiterer Abzug befindet sich im Musée Carnevalet, Paris (Inv. Nr. G 19210). Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand.
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